Sekem

Donnerstag, 5. Mai 2011

Bericht über die Zeit im Sekem

- Ausbildung für Eurythmie im Arbeitsleben -

Von 20. Januar bis 18. Februar 2011


Das Wetter und die schöne Landschaft vom Sekem begrüsste uns mit herzlichstem Willkommen. Wir lernten die Eurythmie Studenten kennen, die uns durch die vier Wochen begleitet haben, sowohl als Übersetzer in den kommenden Stunden als auch als Kollegen in die Stunde von Annemarie.

Die Arbeit mit der Grundsteinlegung und den sieben Rhythmen liegt mir sehr nah, und ich habe es mit grosser Freude empfangen! Während der ersten Woche habe ich versucht die Umgebung zu beobachten und war ziemlich beeindruckt von der sozialen Lage, in der wir uns befanden.

Wir haben die verschiedenen Farmen besucht und die Offenheit und Freude, welche die Arbeiter während der Arbeit uns gezeigt haben, prägte sich in meiner Seele ein. Obwohl ich keinen Druck bei der Arbeit gespürt habe, berührten mich die menschlichen Bedingungen dieser Arbeit, denn ich fühlte mich den jungen Mädchen, die zwischen 15 und 22 Jahre alt sind, verwandt. Darum habe ich beschlossen, dass ich am liebsten mit einer Mädchengruppe arbeiten würde, und zwar mit den sogenannten "Dattelnmädchen" - die Arbeit dieser Mädchen besteht aus dem Entkernen der Datteln.

Diese Woche habe ich "Sie und Wir" (die Arbeiter und die Europäer) stark erlebt und fand keine äusserliche Brücke, um diesen Abgrund zu überschreiten. Dies lastete auf meinem Gewissen. Nun, am fünften Tag, explodierte die Revolution und unsere Seelen waren durch dieses grosse Geschehen sehr geprägt. Wir erlebten innerlich, mehr oder weniger, alles was draußen geschah, ohne wirklich zu wissen wie/was passierte. Wir alle beschäftigten uns sehr damit und langsam wurden wir innerlich unruhig. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass keiner der Mitarbeiter der Sekem Farm mit der Arbeit aufgehört hat.

In der zweiten Woche stiegen wir mit einer ganz anderen Kraft und Haltung in die Eurythmie ein. Annemarie förderte unsere Präsenskraft in der Eurythmie auf maximal, und wir konnten damit tief in unsere Arbeit leben. Wir haben dann den "Prozess mit den 7 Schritten", auf den Annemarie

grossen Wert legt, angefangen. Dies hilft mir sehr, eine bessere Meinung oder Urteil über die Welt und über mich selbst zu gewinnen. Ich lerne dadurch ganz stark zu unterscheiden: was ist meine eigene seelische Verfassung, durch die ich die Welt und mich selbst wahrnehme, und was ist die eigentliche Sache, die für mich und alle gültig ist. Eurythmisch lerne ich auch ganz anders wahrzunehmen und zu sehen, was ist die reine Eurythmie und wie diese, durch unterschiedliche Menschen, einen ganz anderen Charakter und Gesichtspunkt bekommt. Daher die Frage immer, wie kann ich, wie können wir, auf eigene Art oder/und bessere Art, dasselbe Element in die Welt bringen. In dieser Woche haben wir auch unsere Stunden, bzw. unsere erste Stunde für die Arbeiter vorbereitet. Ich hatte beschlossen auf verschiedene Art und Weise, mit den Mädchen Leminiskaten zu machen. Während dieser Woche durften wir aus Sekem nicht raus, und unser einzig freier Tag (der Freitag), haben wir auf Sekem verbracht.

In der dritten Woche haben wir mit dem Tierkreis angefangen - Tierkreis mit Kugel oder Stäbe, Übungen, die die Annemarie entwickelt hat, damit wir eine nähere Beziehung zu den geheimnisvollem Tierkreis entwickeln können. Durch dies, habe ich eine ganz andere Kraft gespürt und bekommen, die mir ein Geschenk für den ganzen Tag war.

In dieser Woche haben wir auch mit unseren eigenen Stunden angefangen - meine ersten Stunden im Leben überhaupt! In zehn Tagen haben wir jeweils eine halbe Stunde mit den verschieden Gruppe gearbeitet. Dies machte mir grosse Freude, aber es war und ist eine grosse Herausforderung gewesen. Eine bedeutende Hilfe war die Nachbesprechung, die wir jeden Tag hatten. Zu hören und zu erzählen was jeder erlebt hat, war sehr bereichernd. Aber Annemarie selber war auch eine Hilfe - immer bereit für alle Fragen und Unsicherheiten.

Durch die Revolution konnte eine zweite Person, die in der zweiten Woche den "Prozess" mit Annemarie führen sollte, nicht aus Deutschland kommen. Dadurch haben wir auch in dieser Woche unsere "Prozesse" weiter geführt und sie auch beenden können. Während der ganzen Zeit mussten wir sehr flexibel sein für neue Pläne und neue Gestaltung des Tages.

Die Revolution ging weiter, und auch in dieser Woche konnten wir nicht aus Sekem raus. Aber trotz aller Unruhe, hat keiner von uns sich

ernst überlegt, Ägypten zu verlassen, und mutig haben wir weiter gemacht. Und an diesem freien Freitag entschied Hosni Mubarak Regierung und Land zu verlassen.

In der vierten und letzten Woche, konnten wir endlich aus Sekem heraus und haben dann unsere Ausflüge nachgeholt. Unsere Stunden und die Arbeit mit den Tierkreis haben wir fortgesetzt. Dadurch das die "Prozesse" fertig waren, konnte Annemarie weitere Übungen mit uns machen.

Die Stunden mit den Arbeitern wurde abgeschlossen. Ich habe während der zehn Tage versucht, die Wahrnehmung eigener Bewegung im Verhältnis zu den Anderen und zum Ganzem, zu entwickeln. Noch habe ich versucht das Fliessende in der Bewegung zu fördern, ohne Endpunkt und Zwischenstopp. Dadurch hoffe ich einen Gegensatz und Kompenzierung (Ausgleich) der bewegungsbegrenzenden Arbeit gewonnen zu habe.

Zum Abschluss konnten wir alle Eurythmisten (die Ausländer und die Ägypter) eine schöne Zeit miteinander verbringen. Zusammen haben wir schöne Ausflüge gemacht. Wir waren die erste Gruppe, die nach der Revolution die Giza Pyramide besucht haben.

Ein Bisschen vom Land und von der ägyptischen Realität zu sehen, hat mir sehr geholfen, den soziale Zustand zu verstehen und die Sekeminitiative sehr zu schätzen. Durch die vier Wochen hindurch, konnte ich sehen, was die MENSCHLICHE Fähigkeiten eigentlich schaffen kann. Dies stärkt meine Hoffnung und Glaube an die Menschheit und weckt in mir eine grosse Dankbarkeit.

Die Soziale Lage hat in meiner Seele eine grosse Herausforderung erleuchtet: wie können wir alle, das "WIR" schaffen für das soziale Leben, ohne "sie und wir", wo alle "ich, du und er" beteiligt sind in das ganze "WIR"? Diese Frage trage ich weiter, denn auch hier im Brasilien ist sie ungemein wichtig und, meiner Meinung nach, einer der Kernpunkte einer möglichen und nötigen sozialen Entwicklung.

Eurythmisch habe ich stofflich sehr viel durch die vier Wochen mit Annemarie bekommen. Ihre Kreativität mit den eurythmischen Elementen war für mich sehr inspirierend, und ich habe kennen gelernt, wie man gründlich und aber doch frei mit den Elementen umgehen kann. Andere Aspekte dieser Ausbildung, durch die ich sehr viel gelernt habe, ist das "WIE UNTERRICHTEN" und welche Haltung ich dabei haben kann.

Diese in Sekem verbrachte Zeit hat für mich einen grossen Wert für den Einstieg in das Unterrichten und überhaupt für mich als Eurythmistin und werdender Mensch! In jeder Beziehung empfinde ich eine grosse Dankbarkeit, insbesondere zu Annemarie, die in der ganzen Zeit der Revolution, die eurythmische Arbeit mit voller Sicherheit durchgeführt hat, mit der Überzeugung, dass das was wir auf Sekem machten, seine Wirkung auf das Ganze hat. Diese Überzeugung bewundere ich sehr. Dadurch konnten wir, trotz allem äusseren Widerstand, unsere Ausbildung durchführen und beenden.

Botucatu - Brasilien, 3. März 2011


Montag, 2. Mai 2011

Sekem


Segunda parte da formação em Euritmia Cooperativa ou

Euritmia Social


20 de janeiro a 18 de fevereiro de 2011

Sekem - Egito.




29.01.2011

Eu, no Egito, angustiada.

Lá fora… ouvi tiros?! Carros com alarmes, motos corridas. Mas a verdade é que estou no paraíso, Sekem - Força do Sol, uma das três formas de chamar o sol em árabe antigo (aqui, agora, não soou muito bonito).

A poucos quilômetros de distância, os homens estão em revolução. Num país cinza e marrom, as frutas nas bancas abarrotadas trazem a cor. Os rostos robustos dos homens, me dizem o que Allah diz…

(mais três tiros…)

Desde alguns dias antes da partida, medo, muito medo. Pensava saber o porquê. Primeira semana, nomeada por mim de Moll-Woche (semana menor - relacionada a harmonia musical), passou…

(mais carros, mais/outras motos passaram)

Pensei que a tensão passaria ao chegar em Sekem (tensão do voo, de chegar num país estranho…). Foi só vivenciar o primeiro dia pra perceber que não. A questão social me incomodou demais. Me senti a perfeita burguesa hipócrita, querendo aprender sobre euritmia social e hospedada num "hotel", sendo servida todos os dias. Contradições suficientes de um Egito rico, europeu e burguês, dirigido por um tal reconhecido faraó Abouleisch.

Mas me resignei, me propus esta semana (que no caso começa no sábado) a observar, a querer ver o positivo. Afinal, num país como esse, o que este lugar proporciona, trabalha e revoluciona, é admirável.

Adentro a euritmia, e posso de novo sê-la. Tentando ser convicta de seu valor, trabalhamos, continuamos, e amanhã será mais um dia.

Deixo o mundo lá fora. Deixo o mundo aqui dentro. Durmo pra juntar o mundo fora-dentro.






30.01.2011

Hoje sinto medo. Desde ontem que já não me sinto segura neste lugar. Mas consigo cada vez mais me adentrar no trabalho e me fortificar.

Tenho vontade de falar e relatar ao mundo o que aqui se passa, mas hoje deixei isto pra lá. O pensar nas pessoas que talvez fiquem mais preocupadas, foi mais forte que minha revolta e tentativas de que, no mínimo o mundo saiba através de mim algo mais.

Não sei julgar, mas acho que a situação só piora. Toda a polícia, do país inteiro, foi dispensada, assim que mais de seis mil criminosos somente no Cairo, deixaram as prisões e agora andam nas ruas.

Com o toque de recolher, as pessoas deixam Sekem mais cedo, e chegam no outro dia atrasadas, se é que vêm. Mohammed, os professores, os cozinheiros, etc., passaram a noite acordados vigiando suas casas.

No Cairo as ruas foram fechadas. Carro nenhum passam. Somente os militares. Aqui, os militares são mais próximos do povo - são os jovens meninos tentando cumprir o seu dever. A polícia é corrupta e abusa de seus poderes que nem no Brasil. Por isso acredita-se que tê-la mandado-a embora evite mais violência, já que os militares não são tão mal vistos.


O tempo hoje foi muito estranho. O dia amanheceu com a introdução esplêndida da Lua junto a Vênus. Estava lindo demais. Aí fechou, em cinco minutos. Parecia que ia cair o maior pé d`água. Depois abriu de novo, um calor danado, um sol forte. Então fechou e o céu quis começar a chorar. Mas perece-me não ser ainda, tempo de lágrimas… a luta continuo o dia inteiro.



Hoje vi pela primeira vez as crianças chamadas Kamillenkinder (crianças da camomila). Trabalharam no sol colhendo a flor, horas a fio, enquanto nós, numa sala enorme, fazíamos euritmia. De alguma forma isso tudo me revolta.






31.01.2011

Hoje amanheci completamente calma, abri os olhos e demorei para lembrar em que situação estava ao dormir. Senti e logo pensei: tudo acabou. Meu medo, minha angústia passaram, e eu pude livremente respirar.

Logo pensei na Lua e na Vênus ao acordar. Lá estavam elas maravilhosas.

As notícias já não me atraem tanto. Ouvi dizer que a situação no Cairo estava hoje mais tranquila, mas que amanhã terão novas passeatas, nomeadas 6 de abril.



Os tiros continuam ao redor de Sekem. Somente para nosso "hotel", temos quatro homens - a segurança privada. O aeroporto foi invadido, pessoas feridas, lojas roubadas e destruídas.

E apesar de tudo isso não sinto medo.

Eu não sei se tenho uma conexão suficiente com o redor, para vivenciá-lo e sentir em mim alguma reverberação, ou se a tentativa de um dia - serenidade - se faz válida no outro, tornando-se realidade interna.






No avião, entre Cairo e Atenas - 18.02.2011

Depois do tempo tranquilo, de imensa paz interior vivida em Spring Valley, vivo agora, ainda, uma tremenda angústia. Eu me sinto culpada. Não sei dizer exatamente porquê e onde nasce esta culpa, mas o fato de poder ter e viver todos os privilégios que eu tenho, faz com que me sinta extremamente culpada ao ver que pé vive o mundo - um país inteiro como o Egito. Me sinto como qualquer ser humano com o mínimo de senso de humanidade - impotente, inativa, burguesa hipócrita!


Depois de vivenciar tanto verde, as árvores se transformando nas cores do fogo, nos mais diferentes tons de amarelo, vermelho e laranja, estar num país onde 95% é deserto, me choca, me desespera. A secura da terra, o país todo cor de marrom, esvazia a minha alma. A miséria envolvida em lenços coloridos, tenta se disfarçar nas bancas abarrotadas de laranja - as cores ressaltam aos olhos e tentam colorir a vida. A verdade é que a miséria não se disfarça e as crianças nas ruas mostram como ser criança não é mais possível.

As crianças que vão à escola waldorf em Sekem vivem em plena contradição: em Sekem não se pode jogar lixo no chão - em casa, elas brincam (se é que brincam) em meio ao lixo. Em Sekem elas ganham comida biodinâmica - em casa ela comem a carne (quando comem carne) comprada no açougueiro que a pendura do lado do lixo. E tantas outras coisas…


E a revolução… meu Deus, que fazíamos nós num país em revolução? Euritmia, com plena convicção. Admirei Annemarie - que perseverança, que confiança. Eu me perguntando, não sabendo, querendo crer… deparada com a realidade "subjetiva" da arte. A tal substância etérica, que alguns conseguem realmente observar, tentamos torná-la realidade. Fizemos nosso trabalho, continuamos nosso dever, com maior força de presença - presença de espírito! Nunca poderemos saber o quanto, qual o significado do que foi praticado a cada dia. A tentativa, em puro ato de doação, sem ter resultados, sem obter qualquer comprovação.


Ao deixar o Cairo levantando voo, quase chorei. Me veio a dor vivida dos dias em que não amei. Às vezes não gosto de olhar pra trás, assim como não levo despedidas a sério - é pra não doer mais. Assim foi que só pensava no reencontro com meu amor. Sentada então, no banco do avião, decidi olhar o Egito pela última vez e me despedir - e me angustiar e me desesperar. Meu peito tem um nó. Minhas mãos tremem. Meus olhos com certeza irradiam melancolia.

Eu não sei se um dia quero voltar a este lugar. Se sim, justamente como desafio para tentar vivenciar outras coisas. Quem sabe através de um trabalho.

Agora é deixar estar, torcer para que a revolução traga bons frutos - e que Sekem continuo mudando a vida do Egito!

É incrível poder vivenciar a capacidade humana de transformar a terra, de levar cultura, de criar raízes e fazer viver, crescer, florescer, dar frutos e se multiplicar. Um homem, um ideal, e a vontade, o querer em fazer e acontecer.

Agradecida senhor Abouleisch, por poder ver o potencial humano sendo praticado - criando o bem, sendo bom!